Symposium: Moderne japanische Gärten

Zeit und Ort

Donnerstag, 07. Dezember 2017, 17:30 - 20:00 Uhr

Universität Zürich, Raum KO2-F-150, Karl-Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Referenten

Rainer Schulzer (Tübingen)

Prof. Dr. Christian Tagsold (Universität Düsseldorf)

Programm

17:30-18:30 Uhr

Rainer Schulzer: Der Tempelgarten der Philosophie in Tokyo
Der Tempelgarten der Philosophie in Tokyo hat seinen Ursprung
in einer Zeremonie, die der japanische Philosoph Inoue
Enryo (1858-1919) erstmals im Jahr 1885 an der Tokyo
Universität anlässlich seiner Graduierung vollzog. Zentrum
der Feierlichkeit war eine Bildrolle, auf der die Philosophen
Buddha, Konfuzius, Sokrates und Kant zu sehen sind. Im Jahr
1904 gab Inoue Enryo der Zeremonie mit der Errichtung des
Schreins der Vier Weisen eine dauerhafte Stätte. In den folgenden
Jahren konzipierte er um den Schrein einen Garten nach
philosophischen Prinzipien und stellte den Vier Weisen Buddha,
Konfuzius, Sokrates und Kant weitere Gruppen orientalischer
und abendländischer Denker zur Seite.

18:45-19:45 Uhr

Christian Tagsold: Können Gärten in Japan gleichzeitig japanisch
und modern sein?

Gärten sind ein starkes Symbol für die japanische Nation. Vermeintlich
verdeutlichen sie eine besondere japanische Ästhetik
und Naturnähe. Diese Vorstellungen sind jedoch ein Konstrukt,
das erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
aufkam. Vor allem Gärten in japanischen Pavillons auf Weltausstellungen
prägten dieses Bild im Westen und führten
auch in Japan dazu, die alten Gärten wiederherzurichten und
als kulturelles Erbe zu kanonisieren. Die in dieser Zeit in Japan
neu entstandenen Gärten empfanden Kritiker dagegen
als zu westlich beeinflusst und werteten sie als eklektisch ab.
Erst in den letzten drei Jahrzehnten sind diese Gärten wieder
in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Organisation

Asien-Orient-Institut - Japanologie