Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis SS 05

1 Kaplony, Andreas

2.1 Arabisches Seminar: Die Araber auf Sizilien (mit Exkursion nach Sizilien)

Mo 10-12

Sizilien spielt sowohl unter muslimischer (212-445/827-1053) wie auch unter normannischer (1061-1300) Herrschaft als Kontaktzone zwischen Westeuropa, Byzanz und der Islamischen Welt eine ganz besondere Rolle. Dabei divergierenden die Beschreibungen der lateinischen, griechischen und arabischen (und hebräischen) Quellen massiv. In diesem Seminar lesen wir ausschliesslich arabische Quellen. Wir beginnen mit den Beschreibungen durch Auswärtige wie Ibn Ḥawqal (362/972) und Ibn Ǧubayr (578/1184) und ergänzen dies mit der offiziellen Beschreibung des Geographen al-Idrīsī (548/1154). Die Theorie der Verwaltung fassen wir im Fürstenspiegel von Ibn Ẓafar (497-565/1104-1170), die Praxis in zahlreichen Dokumenten, Inschriften und Münzen. Einen besonderen Platz nimmt die Dichtung des Ibn Ḥamdīs (ca. 447-527/ca.1055-1132) ein, der gegenüber den Normannen eine Art sizilianisches Heimatgefühl beschwört. Im Anschluss an das Seminar findet eine Exkursion nach Sizilien statt. Literatur: Amari, Michele, Biblioteca Arabo-Sicula, 2. Auflage Turin und Rom 1880. Nachdruck Palermo 1988; Borruso, A., Poesia araba in Sicilia, Rom 1988; Agius, Dionisius A., Siculo Arabic, London/New York 1996 (Library of Arabic Linguistics Monographs 12); Johns, Jeremy, Arabic administration in Norman Sicily: the royal dīwān, Cambridge 2002 (Cambridge Studies in Islamic Civilizaton); Metcalfe, Alex, Muslims and Christians in Norman Sicily: Arabic speakers and the end of Islam, London 2003 (Culture and Civilization in the Middle East)

2.2 Arabisches Seminar: Gefängnis-Literatur

Di 10-12

Im Orient sind die Intellektuellen von Gefängnisaufenthalten geprägt, sind doch die Gefängnisse Orte der Initiation, wo sich die Gefangenen unter dem Druck des Staates politisch (und religiös) neu definieren. Verschiedene Intellektuelle haben den Prozess beschrieben, den sie im Gefängnis durchgemacht haben und der ihnen nicht zuletzt eine starke Legitimation gibt, ihre Meinung dezidiert zu vertreten. Der- frühere oder befürchtete zukünftige - Aufenhalt im Gefängnis ist ein Kernthema der modernen orientalischen Literatur und für ihr Verständnis zentral. Literatur: Ostle, Robin (Hg.), The quest for freedom in Modern Arabic literature: essays in honour of Mustafa Badawi = Journal of Arabic Literature 26 (1995); Camera d' Afflitto, Isabella, Prison narratives: autobiography and fiction, in: Ostle, R. et al. (Hgg.), Writing the self: autobiographical writing in modern Arabic literature, London 1998, 148-156; 312-313; Peled, M., Prison literature, in: Ballas, S. und Snir, R. (Hgg.), Studies in canonical and popular Arabic literature, Toronto 1998, 69-76

2.3 Übung: Arabic Papyrology School (www.ori.uzh.ch/aps)

online

2 Würsch, Renate

2.1 Moderne iranische Prosa: Simin-i Danishwar

Mi 10-12

Simin-i Danishwar gehört zu den profiliertesten iranischen Literaturschaffenden der Gegenwart. 1921 in Shiraz als Tochter eines Arztes geboren, besuchte sie die Englische Schule ihrer Heimatstadt und studierte anschliessend in Teheran Literatur. Schon während ihres Studiums arbeitete sie bei Radio Teheran und der Zeitung „Iran“, in der sie bereits Anfang der vierziger Jahre unter einem Pseudonym Kurzgeschichten veröffentlichte. 1952-1954 weilte sie mit einem Fulbright-Stipendium an der Universität von Stanford (USA). Zurück in Iran, wurde sie als Assistenzprofessorin an die Fakultät für Kunstgeschichte der Universität Teheran berufen, wo sie bis zu ihrer Emeritierung lehrte. Ein regulärer Lehrstuhl wurde ihr wegen ihrer unabhängigen und kritischen Haltung verweigert. Simin-i Danishwar hat mehrere Sammlungen von Kurzgeschichten publiziert. Ihren literarischen Durchbruch erreichte sie 1969 mit dem Roman Sawushun („Drama der Trauer“). Neben ihrer eigenen literarischen Produktion hat sich Danishwar auch als Übersetzerin (u.a. von Tschechov, Shaw, Schnitzler) einen Namen geschaffen. Die Veranstaltung hat zum Ziel, Danishwars Werk zu würdigen und es im Kontext der iranischen Literatur und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts zu verorten. Um ihr Oeuvre möglichst umfassend kennenzulernen, werden wir sowohl mit original persischen als auch mit aus dem Persischen übersetzten Texten arbeiten. Einführende Lektüre: M.H. ALLAFI: Ein Fenster zur Freiheit. 100 Jahre moderne iranische Literatur. Frankfurt 2000. – Simin DANESHWAR: Drama der Trauer. Frankfurt 1997. – Rudolf GELPKE: Die iranische Prosaliteratur im 20. Jahrhundert. Wiesbaden 1962.

3 Heinzelmann, Tobias

3.1 Türkische Lektüre

Mo 12-14 und Mi 16-17

Lektüre einfacher türkischer Texte mit begleitenden Grammatikübungen (3. Semester). Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreiche Teilnahme an Türkisch I und II oder gute Kenntnisse der Türkischen Grammatik.

3.2 Einführung in das Osmanisch-Türkische

Mi 17-18

Die im Osmanischen Reich vom 14. bis zum frühen 20. Jahrhundert geschriebene Sprache unterscheidet aufgrund der Schriftreform 1928 und der Sprachreformen in den darauf folgenden Jahren stark von der Sprache der heutigen Türkei. Die Übung vermittelt Grundlagen in der Osmanisch-Türkischen Grammatik, dem Vokabular und der Orthographie. Der Schwerpunkt liegt auf der Sprache des 19. Jahrhunderts. Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreiche Teilnahme an Türkisch I und II oder gute Kenntnisse der modernen Türkischen Grammatik. Kenntnisse im Arabischen oder Persischen sind von Vorteil. Literatur: Nemeth, J.: Türkische Grammatik. Berlin 1916. Vatin, N.: Initiation à l’Ottoman. Paris o.D.

3.3 Forschungskolloquium Islamwissenschaft Schweiz (zusammen mit Monika Winet, Basel, Monica Corrado, Bern, und Sylvia Naef, Genf)

nach Vereinb.

Seit dem Sommersemester 2000 treffen sich Forscherinnen und Forscher aus den islamwissenschaftlichen Seminaren der Universitäten Basel, Bern, Genf und Zürich zwei-drei Mal im Semester und stellen ihre laufende Forschung vor. Es geht dabei nicht um die Präsentation unangreifbarer Ergebnisse, sondern um die Diskussion der eigentlichen, häufig methodischen Probleme. Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Lizentianden, Doktoranden und Habilitanden. Weitere Informationen stehen im Netz (http://www.aoi.uzh.ch/islamwissenschaft/research/foki.html) und werden in den Seminaren ausgehängt.

4 Orthmann, Eva

4.1 Sprachkurs: Persisch I

Mo 16-18 Uhr, Do 16-18 Uhr

Die beiden aufeinanderfolgenden Kurse Persisch I und Persisch II bieten eine Einführung in die neupersische Sprache. Auf der Grundlage des Lehrbuches von B.Alavi / M.Lorenz: „Lehrbuch der persischen Sprache“ (Langenscheidt, 8. Auflage, Leipzig u.a. 1996) werden einzelne grammatikalische Probleme behandelt und an einfachen Lesetexten eingeübt. Ziel ist es, den Studierenden einen eigenständigen Umgang mit persischsprachigen Texten zu ermöglichen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Zusätzliche Lehrmaterialien werden per Lernplattform zur Verfügung gestellt. Ergänzend zu dem Kurs finden zwei Tutoratsstunden (Di 16-18 Uhr) statt.

5 Thomann, Johannes

5.1 Kolloquium: Einführung in die Mathematikgeschichte der islamischen Welt (mit Prof. Dr. E. Neuenschwander)

Fr 14-16 Uhr

Die bedeutende Rolle, welche arabische Werke über Rechentechnik, Algebra und Trigonometrie beim Aufbau der europäischen Wissenschaften des Mittelalters gespielt haben, ist seit langem bekannt. Unsere Zahlzeichen und Wörter wie "Algebra" , "Algoritmus" , Sinus oder "Ziffer" bezeugen dies bis heute. Weniger bekannt sind die Arbeiten auf anderen mathematischen Gebieten, z. B. der infinitesimalen Methoden, die z. T. erst in jüngster Zeit ediert worden sind. Im Rahmen dieses Kolloquiums soll zunächst ein Überblick der verschiedenen Fachgebiete und ihrer grundlegenden Konzepte geboten werden. Anschliessend werden generelle Fragen zu Anwendungsgebieten, gesellschaftlicher Bedeutung und Rezeption der arabischen Mathematik behandelt. Arabischkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Literatur: J. Sesiano, Une introduction à l'histoire de l'algèbre, Lausanne 1999, S. 55 - 96; Histoire des sciences arabes (Hrg. R. Rashed), Paris 1997, Bd. 2 (engl. Ausgabe: Encyclopedia of the history of Arabic science, London 2000); Grundriss der arabischen Philologie (Hrg. W. Fischer), Wiesbaden 1992 , Bd. 3, S. 62-80; A. P. Juschkewitsch, Geschichte der Mathematik im Mittelalter, Leipzig, 1966; Les mathématiques infinitésimales du IX au XI siècle, London 1993-2002

6 Badeen, Edward

6.1 Hocharabisch II

Mo 9-10

Di 9-10

Mi 9-10

Do 9-10

In „Hocharabisch II“ wird die Einführung in die Grammatik der arabischen Schriftsprache vom Wintersemester 04/05 ( Hocharabisch I) fortgesetzt. Das Pensum des Sommersemesters 05 umfasst die Lektionen 15 bis 28 des Lehrbuchs, jede Woche jeweils eine Lektion. Neben den im Handel erhältlichen Begleitmaterialien zum Lehrbuch (Schlüssel zu den Übungen, Audiokassetten) werden zusätzliche Hilfsmittel für die Erarbeitung des Vokabulars angeboten (Audioressourcen, Vokabulatrainer). Zusätzlich zum Kurs finden zwei Tutoratsstunden statt. Lehrmittel: Günther Krahl, Wolfgang Reuschel und Eckehard Schulz, Lehrbuch des modernen Arabisch, Langenscheidt 1999 oder neuer (ältere Aufl. ab 1995 brauchbar). In der letzten Woche des Sommersemesters wird eine Prüfung abgehalten.

6.2 Arabische Konversation (für das 2. Semester)

Do 10-12

Begleitend zum Kurs Hocharabisch II wird hier eine Einführung in das mündliche Hocharabisch angeboten. Voraussetzung: Gleichzeitiger Besuch des Kurses Hocharabisch II. Einfache Konversationsfloskeln und gelerntes Material des Lehrbuchs ("Lehrbuch des modernen Arabisch" von G. Krahl et al.) , werden mündlich geübt und gedrillt.

6.3 Arabische Konversation (für das 4. Semester)

Do 14-16

In dieser Stunde werden wir Konversationen nach ausgewählten Themen durchführen. Der Kurs ist für Studierende im vierten Semester vorgesehen.

6.4 Arabische Konversation (ab dem 6. Semester)

Mi 10-12

Anhand einfacher literarischer Texte werden wir einfache Diskussionen auf Arabisch führen. Das Textverständnis wird durch Fragen geprüft und der mündliche sowie der Schriftliche Ausdruck geübt. Der Kurs ist für Studierende im 7. Semester oder höher vorgesehen.

6.5 Der arabische Dialekt von Jerusalem

Do 16-18

Für Studierende der arabischen Sprache ab dem 6. Semester

7 Meier, Astrid

7.1 Vorlesung und Übung: Aufbruch in die Moderne? Kontinuität und Wandel in der islamischen Welt von 1750 bis heute

Di 16-18

Vorlesung alternierend mit Übung: Lektüre ausgewählter Texte (1. Woche Vorlesung, 2. Woche Übung, je 2stündig) Gibt es islamische Wege in die Moderne? Vor dem Hintergrund der Diskussionen um Globalisierung und "multiple Modernen" wird die Vorlesung anhand ausgewählter Beispiele aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur/Religion in die Geschichte vom Islam geprägter Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert einführen. Schwerpunkt sind dabei Themen wie Reform, Erneuerung und Modernisierung; die Beziehungen zum "Westen"; Nationalismen und andere politische Ideen; und das Verhältnis von Staat und Religion. Einführende Lektüre: Eisenstadt, Shmuel: Multiple Modernities, in: Daedalus 129 (2000), 1–29; Osterhammel, Jürgen; Petersson, Niels P.: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen, München 2003; Schulze, Reinhard: Die islamische Welt im 20. Jahrhundert, München 2002.

8 Schaerer, Patric

8.1 Proseminar: Einführung in die Islamwissenschaft II: Sprachen und Literaturen

Mi 10-12

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende im Grundstudium mit dem Hauptfach Islamwissenschaft oder dem Nebenfach Arabisch, Persisch oder Türkisch. Der Besuch des Proseminar I wird sehr empfohlen, ist jedoch nicht zwingende Voraussetzung für die Teilnahme. Im Sinne einer allgemeinen Einführung sollen einerseits die wichtigsten philologischen Grundlagen des Arabischen, Persischen und Türkischen behandelt werden, und zum anderen werden anhand exemplarischer Werke die verschiedenen Genres vorgestellt, die für die Literaturgeschichte im islamischen Kulturraum von Bedeutung sind. Entsprechend dem Leitgedanken, den Teilnehmenden das für den Besuch von Seminaren erforderliche Grundwissen zu vermitteln, sind auch die Benützung der wissenschaftlichen Hilfsmittel und die Vermittlung methodischer Grundlagen Gegenstand der Veranstaltung. Das genaue Semesterprogramm, eine ausführliche Bibliographie und eine Liste mit möglichen Themen für Referate liegen ab Mitte März zum Download bereit unter der Adresse: "http://www.aoi.uzh.ch/islamwissenschaft/persons/schaerer/teachingpos.html"

8.2 Grundkurs Hocharabisch IV: Lektüre moderner Texte

Mi 14-16

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende mit dem Hauptfach Islamwissenschaft oder dem Nebenfach Arabisch im vierten Semester (Voraussetzung: erfolgreicher Besuch des Kurses Hocharabisch III oder entsprechende Vorkenntnisse); sie hat zum Ziel, den Teilnehmenden mittels Lektüre von einfacheren Texten einen Einblick in die moderne arabische Literatursprache zu vermitteln. Anhand von ausgewählten Stücken aus verschiedenen literarischen Werken des 20. Jahrhunderts bietet der Kurs Gelegenheit, das Lesen, Verstehen und Übersetzen moderner hocharabischer Texte zu üben und die Kenntnis des Vokabulars zu erweitern. Der Text, mit dessen Lektüre wir in der ersten Sitzung beginnen werden, liegt ab Mitte März zum Download bereit unter der Adresse: "http://www.aoi.uzh.ch/islamwissenschaft/persons/schaerer/teachingpos.html".

9 Wittwer, Carol

9.1 Hocharabisch IV: Lektüre klassischer Texte

Mo 14-16

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende mit dem Hauptfach Islamwissenschaft oder dem Nebenfach Arabisch im vierten Semester (Voraussetzung: erfolgreicher Besuch des Kurses Hocharabisch III oder entsprechende Vorkenntnisse). Sie setzt die Lektüre klassischer Prosatexte fort, die im Kurs Arabisch III begonnen wurde, und dient als Vorbereitung für die Zwischenprüfung (Arabisch). Weiterhin wird folgendes Textbuch verwendet: A. Fischer, Arabische Chrestomathie aus Prosaschriftstellern, Wiesbaden (Harrassowitz) 1988, (7. Auflage).

10 Sheikhzadegan, Amir

10.1 Sprachkurs: Persische Konversation ab dem 5. Semester: Diskussion aktueller gesellschaftlicher Fragen

Fr 10-13 (Beginn: 8. April)

Der Inhalt dieses Kurses besteht darin, mit den fortgeschrittenen Studierenden Konversation im modernen Farsi zu üben. Im Vordergrund stehen der Satzaufbau, die Aussprache, die Redewendungen, das Vokabular des modernen Farsi, sowie das Hörverständnis. Diskussion aktueller gesellschaftlicher Fragen dient als thematische Grundlage des Kurses. Durch kurze Referate seitens der Studierenden, Lektüre im modernen Farsi, und Filmvorführungen wird eine möglichst abwechslungsreiche Gestaltung der Lehrveranstaltung angestrebt. Die Anpassung des Kurses an die Bedürfnisse der Kurteilnehmer ist ein besonderes Anliegen des Kursleiters.

11 Externe Veranstaltungen

11.1 Fähndrich, Hartmut (ETH, Sprachenzentrum)

10.1.1 Arabisch II, IV, VI

Viersemestriger Grundkurses, der eine Einführung in die moderne Schriftsprache mit dem Ziel der Lektüre von Zeitungstexten bietet. An die vier Semester schliesst sich ein einstündiger Lektüre- und Konversationskurs an. Über das Kursprogramm siehe: http://www.sprachenzentrum.uzh.ch. Buch: Samar Attar: Modern Arabic.

11.2 Krüger, Thomas; Schmid, Konrad; Zumstein, Jean (Theologisches Seminar)

11.2.1 Die Bibel - Entstehung, Inhalt, Wirkung

Fr 8-10

Vorlesung für Hörerinnen und Hörer aller Fakultäten

Die Bibel ist seit Jahrhunderten das bekannteste und meistgelesene Buch der Menschheit gewesen und hat unterschiedliche Kulturen im Verlauf der Geschichte entscheidend geprägt. Was man unter der Bibel zu verstehen hat, ist zwar auch heute noch weitgehend bekannt, doch das Wissen darum, was im "Buch der Bücher" zu lesen steht, verblasst zunehmend. Für viele geisteswissenschaftliche Studienrichtungen ist es aber von Vorteil, zumindest eine ungefähre Vorstellung von Entstehung, Inhalt und Wirkung der Bibel zu haben. Die Zürcher Vertreter der Bibelwissenschaften haben deshalb beschlossen, eine Einführungsvorlesung in die Bibel besonders für Studierende der Philosophischen Fakultät anzubieten, um hier eine gewisse Hilfestellung zu leisten und den Einstieg in die weitere literarische, philosophische, kunstgeschichtliche oder auch theologische Beschäftigung mit diesem Klassiker schlechthin so zu erleichtern. Inhaltlich werden folgende Gebiete behandelt werden:

Einführung I: Die Bibel als Klassiker

Einführung II: Bibelfassungen (Hebräische Bibeln, Griechische Bibeln, Bibeln der orientalischen Kirchen, Bibeln der Reformation, Bibeln des Katholozismus, etc.)

Altes Testament I: Text und Kanon des Alten Testaments

Altes Testament II: Pentateuch und Geschichtsbücher

Altes Testament III: Prophetie

Altes Testament IV: Schriften

Altes Testament V: Deuterokanonisches Schrifttum

Neues Testament I: Text und Kanon des Neuen Testaments

Neues Testament II: Synoptische Evangelien und Apostelgeschichte

Neues Testament III: Johannes

Neues Testament IV: Paulusbriefe und Deuteropaulinische Briefe

Neues Testament V: Weitere Briefliteratur und Johannes-Apokalypse

Schluss: Bibelauslegung und Bibelhermeneutik

11.3 Meier, Astrid

11.3.1 Islamische Reform

Di 10-12

Anmeldung per e-mail erwünscht bis 15. März 2005 unter asmeier@access.uzh.ch. Vorstellung der Themen und Verteilung der Kolloquiumsbeiträge in der ersten Stunde des Semesters. Der Ruf nach einer Reform oder einer Erneuerung des Islam ist kein neues Phänomen. Doch seit dem 18. Jahrhundert lösen sich in beschleunigtem Rhythmus Bewegungen ab, die sich mit unterschiedlichen Zielen und Mitteln für eine Reform des Islam einsetzen. Das Kolloquium will die wichtigsten dieser Strömungen wie die Wahhabiten, die "Salafiyya" (Modernisten), die Muslimbrüder und die neueren islamistischen Gruppen bis zur Qa'ida vorstellen und ihre Reformideen diskutieren. Literaturhinweise: Schulze, Reinhard: Die islamische Welt im 20. Jahrhundert, München 1994, 2002; Hourani, A.: Arabic Thought in the Liberal Age, Cambridge 1983; Képel, G.: Le Prophète et Pharaon, Aux sources des mouvements islamistes, 2. rev. ed., Paris 1993.