Forschung am Lehrstuhl Gender Studies und Islamwissenschaft

Am Lehrstuhl Gender Studies und Islamwissenschaft gibt es aktuell einen strukturellen Arbeitsschwerpunkt und drei projektbezogene Themencluster.

ReConstructing Sex

(Struktureller Arbeitsschwerpunkt)

Der am Lehrstuhl für Gender Studies und Islamwissenschaft gemeinsam entwickelte Arbeitsschwerpunkt ReConstructing Sex fokussiert auf die Berücksichtigung der biologischen und psychischen Dimensionen von Geschlecht. Einerseits wird hier nach der psychischen Bedeutung von körperlichen Geschlechtsdifferenzen gefragt. Andererseits wird der in der Folge der feministischen Wissenschaftskritik zu kurz gekommene Dialog der Gender Studies mit den Naturwissenschaften neu aufgenommen um zu fragen, was die Naturwissenschaften zur Klärung der Mehrdimensionalität von Geschlecht beitragen können. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie den unterschiedlichen Perspektiven auf Geschlecht Rechnung getragen werden kann.

Gender, Religion und Politik

(Projektbezogener Themencluster)

Generalisierende Annahmen über Dynamiken und Folgen von Modernisierungsprozessen haben sich gerade mit Blick auf Religion und Geschlechterverhältnisse als revisionsbedürftig erwiesen. In einer historischen Längsschnittperspektive sind einerseits die Verschränkung von Prozessen der Säkularisierung und der Sakralisierung zu beobachten. Andererseits wird Geschlechterungleichheit in säkularistischen wie religiösen Kontexten laufend neu konfiguriert. Der Themen-Cluster bündelt in historisch und regional vergleichender Perspektive Forschungen zu kolonialen und postkolonialen Konstellationen von Geschlecht, Religion und Politik.

Knowledge Scapes

(Projektbezogener Themencluster)

Der Themen-Cluster „Knowledge Scapes“ bündelt Forschungsinteressen, die sich mit Fragen der Wissenschaftsgeschichte in der MENA Region befassen. Dabei geht es sowohl um historische Formen des Austauschs und der Aneignung von neuen Wissensbeständen als auch um die Erforschung lokaler bzw. regionaler Wissenskulturen im Kontext globaler Machtasymmetrien.

Normen und Ordnungen

(Projektbezogener Themencluster)

Für die Herausbildung von historisch vielfältigen Geschlechterverhältnissen spielen (Geschlechter-)Normen und (Geschlechter-)Ordnungen eine zentrale Rolle. Sie stellen einerseits die konstitutiven Regeln zur Verfügung, die soziales Handeln, symbolische Repräsentationen und Subjektbildungen ermöglichen, stabilisieren und reproduzieren. Zugleich bilden normative Konzeptionen von Recht und Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit, Solidarität und Demokratie den Horizont für emanzipatorische Geschlechterpolitiken in Geschichte und Gegenwart und entwickeln in dieser Funktion eine transformative und kritische Kraft.
Im projektbezogenen Themencluster „Normen und Ordnungen“ wird der Zusammenhang von Geschlecht und normativen Ordnungen sowohl aus historisch-analytischer als auch aus normativ-kritischer Perspektive mit Blick auf Theoriebildungen und politische Strukturen insbesondere in der Schweiz und in der MENA-Region reflektiert.

Abgeschlossene Cluster

Geschlecht - Kultur - Differenz (2010 - 2017)

Seit der Kolonialzeit spielen Geschlecht und Sexualität eine wichtige Rolle in hegemonialen Selbst- und Fremdkonstruktionen. In einer zunehmend globalisierten Welt werden sie verstärkt zum Gegenstand politischer Interventionen und kulturalisierender Repräsentationen. Der Forschungsbereich „Geschlecht und Konstruktionen kultureller Differenz“ bündelt interdisziplinäre Projekte und Aktivitäten zu Fragen von Geschlecht in transfer- und verflechtungsgeschichtlicher Perspektive. Das spezifische Profil der Gender Studies an der UZH mit seiner geistes- und kulturwissenschaftlichen Ausrichtung einerseits, dem aussereuropäischen Schwerpunkt andererseits bildet hierfür den Hintergrund.