Dr. des. Sarah Farag

 

Dr. des. Sarah Farag

Raumbezeichnung: RAA H-30c
Kontakt: sarah.farag@aoi.uzh.ch
 

 

 


Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

The Making of Women‘s Rights in Contemporary Egypt (Arbeitstitel) mehr

Abstract

Die Transnationalisierung und eine damit einhergehende Institutionalisierung von Frauenrechtsnormen hat auf der globalen Agenda während der letzten beiden Jahrzehnten eine zunehmend wichtige Position erhalten. Unter anderem spielt die CEDAW (The Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination Against Women), das zentrale Organ der UNO für Frauenrechte, eine massgebliche Rolle in dieser Entwicklung. Im Verlauf dieser internationalen Tendenzen ist auch in Ägypten und der gesamten MENA-Region eine verstärkte Institutionalisierung von Menschen- und Frauenrechten auf nationalstaatlicher Ebene insbesondere seit dem Jahr 2000 zu beobachten. Obwohl Ägypten die CEDAW bereits 1981 ratifizierte, ist die Rolle von sogenannten national human rights institutions besonders während der letzten 12 Jahre sichtbarer und wichtiger in der Förderung von Frauenrechten geworden. Neben transnationalen Organisationen und dem Nationalstaat spielen in der vielfältigen Praxis von Menschenrechten insbesondere auch Akteure auf zivilgesellschaftlicher Ebene eine wichtige Rolle. In Ägypten, wo sich die Zahl der Nicht-Regierungs-Organsationen (NGO‘s) in den letzten 30 Jahren verdoppelt hat, findet sich eine Fülle von verschiedensten Organisationen, welche seit Jahren im Bereich von Menschenrechten, Entwicklungshilfe und Graswurzel-Aktivismus tätig sind. Viele davon nehmen die CEDAW als wichtigen Referenzrahmen, um ihren Forderungen, Programmen und Aktivitäten erhöhte Legitimität zu verleihen. Dabei sind es sowohl säkular orientierte als auch islamische oder koptische Organisationen, welche mehr oder weniger sichtbar und explizit mit dem Referenzrahmen der Konvention arbeiten und transnational vernetzt sind.

Am Beispiel der CEDAW-Konvention soll untersucht werden, wie bzw. welche der dort definierten, grundlegenden Ideen seit der Ratifizierung in 1981 in Ägypten zu normativen Standards wurden und wie diese wiederum Verhaltensweisen und Strukturen innerhalb des ägyptischen Staates beeinflussten. Ausgehend von beobachteten Veränderungen bzw. Stagnationen innerhalb der vielschichtigen Menschenrechtspraxis in Ägypten sollen die lokal wie international normativen, politischen und institutionellen Entwicklungen dokumentiert werden, um die Veränderungen zu erklären. Untersucht werden also zum einen die strukturellen und organisatorischen Entwicklungen bezüglich der Institutionalisierung von Frauenrechten in Ägypten seit 1981, und zum anderen insbesondere seit dem Jahr 2000 mit dem verstärkten Auftreten von Nicht-Regierungs-Organisationen das diskursive Sprechen über und Argumentieren mit CEDAW-Prinzipien und damit der eingeleitete Prozess der Sozialisierung von Normen.

Forschungsinteressen

  • Menschenrechtsdiskurse, Menschenrechtspraxis
  • Geschlechterdiskurse im Islam, Frauenrechtsbewegungen in arabischen Ländern (v.a. Ägypten)
  • feministische Bewegungen, islamischer Feminismus
  • Arabischer Frühling, revolutionäre Umbrüche in der arabischen Welt
  • Islam in Europa, Integrationsfragen

Biographie

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • ab April 2017: Postdoktorandin am Centre for Narrative Research an der University of East London, UK
  • Herbst 2012 - März 2017: Doktorandin im interdisziplinären Doktoratsprogramm Gender Studies
  • Herbst 2002 - Frühling 2007: Studium der Islamwissenschaft (Arabisch/Türkisch), Neuen Deutschen Literatur und Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich; Lizentiatsarbeit eingereicht bei Prof. Dr. Renate Würsch mit dem Titel "Zur Theorie des mystischen ḏikr: Ibn ‘Aṭā’ Allāhs Werk miftāḥ al-falāḥ wa miṣbāḥ al-arwāḥ"
  • 2002: Matura (Schwerpunktfach Englisch) am Gymnasium Hohe Promenade, Zürich

Beruflicher Werdegang:

  • seit Frühling 2011: Leitung und Konzeption der Vortragsreihe Fokus Islam des Reformierten Hochschulforums Zürich
  • seit August 2009: Assistentin am Asien-Orient-Institut, Abteilung Islamwissenschaft und Gender Studies mit Schwerpunkt Arabisch
  • seit 2009: freischaffende Übersetzerin auf Projektbasis, u.a. für das ETH Studio Basel
  • bis 2009: freischaffende Tänzerin und Tanzlehrerin 
  • Frühjahr 2009: Studentische Tutorin am Orientalischen Seminar
  • 2007-2008: Researcherin und Medienanalystin bei Media Tenor
  • 2004-2007: diverse Berufserfahrungen als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und Deutschlehrerin für Primarschüler
  • 2004-2005: Mitarbeit im Staatssekretariat für Bildung und Forschung, Bern