Call for Papers

Ästhetische Chirurgie des weiblichen Genitales -  Psychodynamische Aspekte

Klinischer Workshop, Zürich

ACHTUNG: WORKSHOP WIRD VERSCHOBEN - CALL IM FRÜHJAHR 21 NEU LANCIERT UND TERMIN HIER BEKANNTGEGEBEN, SOBALD ER FESTSTEHT

Deadline zur Einreichung von Paper-Abstracts: NOCH OFFFEN

Interessierte wenden sich bitte an Dr. phil. Monika Gsell

Organisation

Dr. phil. Monika Gsell

Kooperation

Universität Zürich, Fachbereich Gender Studies; Psychoanalytisches Seminar Zürich

Einladung

Die gleichermassen sexualisierend-voyeuristischen wie skandalisierenden Medien-berichte zu der statistisch signifikanten Zunahme von kosmetischen Operationen am äusseren weiblichen Genitale sind inzwischen zwar wieder verebbt. Auch das (kultur)wissenschaftliche und medizinethische Interesse an einer Auseinander-setzung mit dem Phänomen hat etwas nachgelassen: Man ist sich irgendwie einig, dass der Trend neuen Schönheitsidealen und neuen medialen Technologien der Selbstdarstellung geschuldet ist, und weist darauf hin, dass die Eingriffe nicht ungefährlich sind und deren Indikation einer sorgfältigen psychologischen Abklärung bedürfte. Nur: Wie soll eine solche Abklärung in einer gynäkologischen oder chirurgi-schen Praxis vor sich gehen, und aufgrund welcher Kriterien sollen Ärztinnen und Ärzte, die etwa mit dem Wunsch nach einer Reduktion der inneren Schamlippen konfrontiert sind, entscheiden, ob ein entsprechender Eingriff indiziert ist oder nicht? Diese für die Praxis wichtigen Fragen bleiben offen. Und damit auch die – aus psychoanalytischer Perspektive – zentrale Frage nach der Psychodynamik, d.h.  den unbewussten Konflikten und Abwehrformationen, die möglicherweise in vielen Fällen dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen die Morphologie ihres äusseren Genitales als ästhetisch abstossend oder missgebildet empfinden. Weder die angelsächsische noch die deutschsprachige psychoanalytische Literatur hat dieses Thema bisher aufgegriffen.

An diesem Punkt setzt der Workshop an: Eingeladen sind klinisch praktizierende Psychoanalytiker_innen und Psychotherapeut_innen, die mit psychodynamischen Ansätzen arbeiten und bereit sind, über ihre Arbeit mit Patientinnen zu berichten, die den Wunsch nach ästhetischer Genitalchirurgie haben oder die sich entsprechenden operativen Eingriffen vor oder während der psychoanalytischen resp. psycho-therapeutischen Behandlung bereits unterzogen haben. Geplant ist ein kleiner, geschlossener Workshop mit viel Raum für die gemeinsame Diskussion des klinischen Materials.

Ziel des Workshops ist es, ein möglichst vielfältiges Bild der unbewussten Prozesse – Phantasien, Konflikte und Abwehrformationen – zu erhalten, die an der Heraus-bildung einer negativ besetzten Wahrnehmung des eigenen Genitales beteiligt sind: von klassisch ödipalen Konflikten, die neurotisch verarbeitet werden, über narziss-tische Symptomatiken bis hin zu schweren Störungen des Körperbildes. Dabei interessiert uns auch die Frage, in welchen Fällen sich der Wunsch nach einem operativen Eingriff im Verlaufe der Behandlung als Symptom von Konflikten verstehen liess, die therapeutisch bearbeitet werden konnten, in welchen Fällen sich ein operativer Eingriff als bestmögliche Lösung erwies, um das psychische Wohl-befinden und die Lebensqualität der Patientin nachhaltig zu verbessern – und welche theoretischen Konzepte sich bei der Arbeit mit den jeweiligen Patientinnen als besonders hilfreich erwiesen.

Einreichung von Beiträgen

Interessierte sind gebeten, das Fallmaterial, das sie vorstellen möchten, in ein paar Sätzen zu beschreiben und einzusenden an:

monika.gsell@uzh.ch

Für Teilnehmende, die eigenes Fallmaterial vorstellen, werden Hotel- und Reisespesen übernommen resp. zurückerstattet.

Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge!

Dr. Monika Gsell
Psychoanalytikerin in eigener Praxis; wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Gender Studies der Universität Zürich; Mitglied des Psychoanalytischen Seminars Zürich (Website)